2018 - Ä riise Stress im Tell-Express

Die Theatergruppe Birmensdorf spielt 2018 - «Ä riise Stress im Tell-Express»

Die Theatergruppe Birmensdorf spielt 2018 - «Ä riise Stress im Tell-Express»

Komödie in drei Akten von Bernd Spehling
Schweizerdeutsche Bearbeitung Marianne Spielmann

„Liebe Gäste, die privatisierte Zuglinie Tell-Express steht auf diesem Gleis bereit und wartet darauf, Sie zu unterhalten und zu verwöhnen. Bitte steigen Sie ein und geniessen Sie die kurzweilige Fahrt von St. Moritz nach Genf.“

Das Räuberpaar Käthi und Ruedi halten ihre Idee, die Kasse des Bordbistros zu erleichtern und in Lausanne mit dem Geld zu verschwinden, für idiotensicher. Zwar bleiben die beiden beim Überfall unerkannt, das weitere Vorhaben gerät jedoch wegen widriger Umstände ins Wanken, und so muss die Beute kurzerhand verschwinden.
Jedes noch so geeignete Versteck droht entdeckt zu werden, was die Räuber arg in Bedrängnis bringt und zu immer irrwitzigeren Methoden zwingt. Das restliche Zugpersonal und einige der Fahrgäste setzen derweil mit ihren Macken dem ganzen Durcheinander die Krone auf. Als schliesslich die etwas schusslige Polizei eintrifft scheint der Plan für das Räuberpaar endlich aufzugehen, wäre da nicht die schlaue Kellnerin Trudi, die dem Gaunerpaar einen Strich durch die Rechnung macht.

Eine köstliche und turbulente Reise mit dem „Tell-Express“ ist garantiert.

  • Mitwirkende
  • Fotos Aufführung
  • Berichte

Die Spieler und Spielerinnen

Hildegard Rüttimann
als Kellnerin Trudi

Daniel Billwiller
als Räuber Ruedi

Shaila Rüeger

als Räuberin Käthi

Daniel Elsener
als Versicherungsmakler Stefan

Monika Gschwind
als Zugchefin Angela

Patrick Imhof
als Schaffner Wischnewski

Renato Cadisch
als Polizist Alex

Eveline Endrizzi
als Oma Lieselotte

Claudia Jenny
als Putzfrau Ida

Philipp Wenk
als Radfahrer

Arun Vaghela
als Dr. Brinkmann UND Enkel Maximilian

Sabrina Trovatelli
als Polizeipraktikantin Ann

Im Weiteren wirken mit:

Regie
Pius Bieri

Souffleusen
Eveline Endrizzi & Sabrina Trovatelli

Maske
Esther Lochmatter

Licht- und Toneffekte
Michael Gut

Bühnenbau
Arthur Bühlmann

Bühnenbau
Daniel Kubli

  • Fotos von Walter Rüttimann

Mit Talent und sichtbarer Freude hat die lokale Theatergruppe Birmensdorf das Publikum amüsant unterhalten.

Schon viele haben es versucht und sind gescheitert. Das drollige Paar Ruedi und Käthi hingegen ist sich jedoch sicher, das passende Rezept für den perfekten Überfall gefunden zu haben. Inspiriert von den guten alten Westernzeiten soll ihr Raubzug nämlich auf der Schiene über die Bühne gehen. Hierfür haben sich der dominante Kopf des Duos, Käthi, und der schusselig chaotische Ruedi den Tell-Express ausgesucht, der St. Moritz direkt über Lausanne mit Genf verbindet.

Doch die beiden haben die Rechnung ohne Murphys Gesetz und mögliche Betriebsstörungen gemacht. Natürlich wird genau dieser Zug umgeleitet und hält nicht in Lausanne, wo die beiden Räuber den Zug verlassen wollen. Improvisation ist gefragt. Die illustren Fahrgäste und die missmutige Kellnerin Trudi im Barwagen helfen in dieser verzwickten Lage auch nicht wirklich.

Ob dies nun der äusserst pflichtbewusste Schaffner, der genervte Versicherungsvertreter oder der verärgerte Radfahrer ist – in diesem Zug fährt das Chaos höchstpersönlich mit. Die baldige Anwesenheit der zwei Polizisten im Zug und des Grossaufgebots der Spezialeinheit mit Hubschrauber vor dem Fenster trägt sodann ebenfalls nicht zur Beruhigung bei. Wie nur sollen die beiden aus dieser verzwickten und ausweglos scheinenden Situation wieder herauskommen?

SBB auf die Schippe genommen

Die Geschichte an sich ist schon amüsant, doch die schauspielerische Prägung der einzelnen Charaktere durch die Theatergruppe Birmensdorf auf der Bühne macht die Komödie erst richtig zum Lachgenuss. Dabei werden auch die SBB mit feinfühligem Humor auf die Schippe genommen.

Mit viel Schwung und ausdrucksstarker Gestik sorgen die zwölf Laienschauspieler für kurzweilige Unterhaltung. Nicht alltäglich auch die Szenerie in einem Bahnwagen, die dank dem selbst gebauten Bühnenbild sehr authentisch wirkt. «Sonst spielen solche Theater immer in einem Zimmer oder einer Wohnung», merkt Beatrice Bösiger beim Besuch der Premiere am Freitag an, «ich finde diese Abwechslung, die Geschichte in einem Zug zu spielen, sehr gut und unterhaltsam.»

Langjährige Routine

Die längste Bühnenpräsenz hat die Kellnerin Trudi, gespielt von Hildegard Rüttimann, mit 72 Jahren die älteste Schauspielerin auf der Bühne. Als Gründungsmitglied der Theatergruppe und Ehrenpräsidentin wollte sie eigentlich dieses Jahr pausieren, konnte aber umgestimmt werden. Ihre langjährige Routine und die sichtliche Freude auf der Bühne tragen so einen grossen Teil zum Unterhaltungswert des Stücks bei.

«Hildegard spielt einfach herausragend», lobt Thomas Bösiger im Publikum. Letztlich sind es jedoch nicht die einzelnen schauspielerischen Leistungen, sondern das harmonische Ganze, welches den Theaterbesuch in Birmensdorf ausmacht. «Es ist wie jedes Jahr sehr amüsant», sagt Sandra Sommer strahlend an der Premiere, «einfach ein schöner Abend.» Dazu gehöre aber auch das kulinarische Angebot. Dieses wird nach neun Jahren nun das letzte Mal von Dieter Müller verantwortet.

Quelle; Limmattaler Online, Christoph Merki

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